Springe zu: >Hauptinhalt >Zusatzinformationen
Springe zu: >Seitenanfang >Hauptinhalt
Springe zu: >Seitenanfang >Zusatzinformationen
Neue Westfälische, 21. September 2006
Bericht über die Sprechstunde mit Bernd Raffelhüschen in Bielefeld
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.
Das Thema Gesundheit liegt den Deutschen zurzeit schwer im Magen. In Berlin überschlagen sich die Nachrichten, sogar von der Entlassung der Gesundheitsministerin, Ulla Schmidt, war gestern die Rede. Zufall, dass ausgerechnet an diesem Tag der NW-Treff in der Ravensberger Spinnerei mit diesem Thema stattfand - oder auch nicht, denn die Gesundheit geht alle an. In Zeiten leerer Kassen mehr denn je. Mitveranstalter des Abends war die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Referent beim NW-Treff war Ökonom Professor Bernd Raffelhüschen. Er fordert mehr Markt, mehr Wettbewerb und mehr Eigenverantwortung, der Kernsatz des Abends. Das rief bereits vor der Veranstaltung seine Gegner auf den Plan, die vor dem Gebäude Flugblätter an die Besucher verteilten. Indirekt ging Carsten Heil, stellvertretender Chefredakteur der NW, bei der Begrüßung der Gäste auf die Demonstranten ein: "Wir werden das Thema in den kommenden Wochen mit anderen Positionen fortsetzen ."
Dem Ökonomen mit Lehrstuhl in Freiburg gelang es schnell, seine Zuhörer beim Vortrag über den aktuellen Stand in seinen Bann zu ziehen. Es schien fast, als plaudere er locker mit den Zuhörern. Er sprach von der älteren Generation, den "Graumelierten" und ihren Kindern, die sich als "Rohrkrepierer" erwiesen hätten - schon hatte Raffelhüschen die Lacher auf seiner Seite. Die ernste Botschaft dahinter: Das Umlagesystem im Gesundheitswesen gerät ähnlich aus den Fugen, wie es für das Rentensystem schon lange bekannt ist. Die statistischen Hintergründe sind komplex, schwer zu erläutern und noch schwerer zu verstehen.
Moderator des Abends und NW-Redakteur Dr. Peter Stuckhard brachte es zum Ende des Vortrags auf den Punkt: "Nun sitzen wir hier und sind erschlagen." Trotzdem zeigte sich das Publikum diskussionsfreudig. Einige hinterfragten die Thesen des Experten: "Gäbe es nicht viel mehr Arbeitslose, wenn unsere Elterngeneration mehr Kinder geboren hätte?" Zwei Mediziner schilderten, dass sie die angespannte Lage auf dem Gesundheitsmarkt bereits zu spüren bekämen, nicht alle Behandlungen, die wünschenswert seien, wären zurzeit finanzierbar.
Fototermin vor der Veranstaltung: INSM-Geschäftsführer Dieter Rath, Bernd Raffelhüschen und Carsten Heil, stellvertretender Chefredakteur der Zeitung Neue Westfälische.
Podium: Professor Raffelhüschen und Dr. Peter Stuckhard, Chefkorrespondent der Neuen Westfälischen. Er moderierte die Veranstaltung.
Rund 200 Zuschauer kamen zur Veranstaltung "Mehr Markt, mehr Wettbewerb, mehr Eigenverantwortung" im Gesundheitswesen in die Ravensberger Spinnerei.