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INSM Dossier: Pflege
INSM-Studie Regulierungsradar
Deutschland gehört zu den am höchsten regulierten Ländern Europas. Alle Ergebnisse der INSM-Studie im interaktiven Special.

Gesundheit
Ärztin untersucht kleines Mädchen mit Stethoskop

Das deutsche Gesundheitssystem ist ineffizient und teuer. Seit Jahrzehnten nehmen die Betragssätze der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stetig zu und verteuern den Faktor Arbeit. Mit ihrer Gesundheitsreform 2006 wollte die Bundesregierung daher den Teufelskreis aus steigenden Beiträgen durchbrechen. Herausgekommen ist ein misslungener und kontraproduktiver Kompromiss.

Zum Thema: Gesundheit

1. Bestandsaufnahme

Ein System mit strukturellen Schwächen

Der immer größere Anteil älterer Menschen stellt die gesetzliche Krankenversicherung vor eine Zerreißprobe. Ihre Ausgaben und Beitragssätze sind in den vergangenen Jahrzehnten massiv gestiegen. Das Gesundheitssystem befindet sich in der Demografie-Falle.

2. Pläne

Die Reform der Großen Koalition

Mit einem Gesundheitsfonds und bundesweit einheitlichen Beitragssätzen will die Bundesregierung die GKV retten. Zugleich werden die Rahmenbedingungen der privaten Krankenkasse verschärft. Wir geben einen Überblick über die Eckpunkte des Reformvorhabens.

3. Kritik

Bundesregierung verfehlt ihre Ziele

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik steigen mit einer Gesundheitsreform die Beitragssätze der GKV. Mit den geplanten Maßnahmen verfehlt die Koalition ihre Ziele und verschlimmert die Lage. Der Weg in die Staatsmedizin ist vorgezeichnet. Im deutschen Gesundheitssystem wird künftig nicht mehr, sondern weniger Wettbewerb herrschen.

4. Perspektive

Mut zu mehr Eigenverantwortung und Wettbewerb

Eine nachhaltige Gesundheitsreform müsste den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung auf eine Grundversorgung reduzieren und die Bürger zu mehr individueller Vorsorge  verpflichten. Das Konzept der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

Mehr zum Thema

1. Die Chronik

Die Chronik der Gesundheitsreform 2006

Die große Koalition hat ihre Pläne immer wieder geändert. Mehrmals musste daher die Verabschiedung des Gesetzes verschoben werden. Zuletzt einigte sich Schwarz-Rot drei Wochen vor der Abstimmung auf Änderungen. Wir dokumentieren die wichtigsten Etappen der Entscheidungsfindung.

2. Die Konzepte

Gesundheitsprämie contra Bürgerversicherung

Vor Bildung der Regierung favorisierten die Koalitionspartner höchst unterschiedliche Modelle zur Reform des Gesundheitswesens. Die Union wollte die "solidarische Gesundheitsprämie", die Sozialdemokraten plädierten für eine Bürgerversicherung. Wir geben einen Überblick über die Konzepte.

3. Der Kompromiss

Im Fokus der Kritik: der Gesundheitsfonds

Mit dem geplanten Gesundheitsfonds sollten die unterschiedlichen Modelle vereint werden. Doch der Kompromiss gilt als "Missgeburt". Denn der Fonds schaltet die gesetzlichen Krankenkassen gleich und führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Wettbewerb. Beitragssteigerungen sind programmiert.

4. Die Akteure

Die Position der Akteure des Gesundheitswesens

Die Reform stößt bei allen Akteuren des Gesundheitswesens auf massive Kritik. In seltener Eintracht lehnen gesetzliche und private Krankenkassen, Ärzte, Apotheker und Pharmaindustrie die Beschlüsse ab. Ihre Positionen und Gegenvorschläge haben die Betroffenen im Internet dokumentiert.

5. Die Debatte

Die Reform im Meinungsbild der Parteien

Auch quer durch alle Parteien wird die Gesundheitsreform kritisiert. Die Opposition lässt naturgemäß kein gutes Haar an den Beschlüssen. Doch gibt es auch in den Regierungsparteien erhebliche Vorbehalte gegen das Gesetz. Wir haben einige Äußerungen eingefangen.

6. Blick über Grenzen hinweg

Kein System gleicht genau dem anderen

Kein anderer Bereich der Sozialpolitik ist so stark von nationalen Traditionen geprägt. Wir geben einen Überblick über die Systeme und berichten davon, wie es der holländischen Regierung erfolgreich gelang, mehr Wettbewerb im Gesundheitssektor durchzusetzen.

7. Das Potenzial

Das Gesundheitswesen als Innovations- und Wachstumsmotor

Der Gesundheitssektor ist der größte Wirtschaftszweig in Deutschland. Die Unternehmensberatung Roland Berger und das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) bescheinigen ihm ein gewaltiges Wachstumspotenzial. Hier könnten bis zu 1,3 Millionen Arbeitsplätze entstehen.

WAS SICH VERÄNDERN MUSS

AUSGABEN

Mut zu mehr Wettbewerb und mehr Eigenverantwortung

Unser Gesundheitswesen braucht dringend eine wirksame Therapie. Ohne tief greifende Reformen lässt sich ein weiterer drastischer Anstieg der Ausgaben und der Beiträge nicht verhindern.



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