Abgeltungssteuer-Rechner trifft Fachpublikum
27.11.2006 - Die Bundesregierung steckt sich große Ziele. Langfristig sei ein jährlicher Abbau der Verschuldung von einem halben Prozentpunkt angestrebt, sagte die Parlamentarische
Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen, Barbara Hendricks, auf dem "3. Berliner Private Banking-Gipfel" des Fachverlags "Fuchs Briefe". Die Steuerexpertin trat vor etwa 200
Gästen aus dem Bankenwesen als Gastrednerin auf.
Neben der Erbschaftssteuerreform, die Hendricks als nächstes Projekt ihres Hauses ankündigte, warb sie vor allem für die gerade in ihren Eckpunkten verabschiedete
Unternehmensteuerreform. Was ein Teil dieser Reform für das persönliche Portemonnaie bedeutet, konnten die Gäste im Foyer in Euro und Cent ausrechnen. Die Initiative Neue Soziale
Marktwirtschaft (INSM) stellte dabei ihren Abgeltungssteuerrechner vor, mit dem man seine heutige Steuerlast auf Kapitaleinkünfte
mit der Steuer vergleichen kann, die ab 2009 mit einer Abgeltungssteuer zu zahlen ist.
Die INSM begrüßt die Abgeltungssteuer, da sie die Steuererhebung stark vereinfacht. Danach wird ab 2009 auf Einkünfte aus Zinsen, Dividenden und Wertpapier-Verkäufe ein
pauschaler Steuersatz von 25 Prozent gezahlt und direkt von der Bank an das Finanzamt überwiesen. Heute dagegen müssen Kapitaleinkünfte sehr kompliziert über den individuellen
Grenzsteuersatz versteuert werden.
Als Kehrseite der Medaille besteht für viele Anleger die Gefahr, dass die Abgeltungssteuer schlichtweg eine Steuererhöhung ist. Denn mit Einführung der neuen Methode sollen Freigrenzen
wie das Halbeinkünfteverfahren oder die Spekulationsfrist wegfallen. Auch Anleger, die über Aktien privat für die Rente vorsorgen, könnten davon betroffen sein. Für diese
Sparer würde eine Abgeltungssteuer die falschen Anreize setzen. Die INSM schließt sich daher der Forderung der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) an, den Steuersatz von 25 Prozent
auf 20 Prozent abzusenken.
Mehr zum Rechner und zum Thema erfahren Sie unter www.insm-abgeltungssteuerrechner.de.
Rückfragen: Ronald Voigt, 0221 4981 418