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Bildungsmonitor 2006

INSM veröffentlicht dritten Bildungsmonitor

Bildungsmonitor 2006: Sachsen hat beim Bildungs-TÜV die Spitze erobert

14.8.2006 - Die Sachsen, die sind helle, sagt ein Sprichwort im Freistaat. Der Bildungsmonitor 2006 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bestätigt dies nun auch offiziell. Mit deutlichem Abstand zum Zweitplatzierten Baden-Württemberg hat das Land erstmals seit Bestehen des Bildungsmonitors 2004 die Spitze übernommen. 

Insbesondere mit vergleichsweise hohen Bildungsausgaben pro Schüler, geringen Durchfallerquoten bei Auszubildenden und vielen Hochschulabsolventen in technisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen punktet Sachsen. Im Vergleich zum Bildungsmonitor 2005 hat das Land mehr als sieben Punkte zugelegt. Kein anderes Land war dynamischer (Durchschnitt 1,5 Punkte). Sachsen hat trotz eines demographiebedingten Rückgangs der Schülerzahlen seine Bildungsausgaben auf nahezu gleichem Niveau gehalten und damit in die Betreuungsqualität investiert. Auf den Plätzen folgen Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen auf den Plätzen. Im Mittelfeld reihen sich Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen ein. Zur Schlussgruppe zählen Berlin, Bremen und Nordrhein-Westfalen. 

Den weitesten Sprung nach vorne machen Sachsen-Anhalt (von Platz 15 auf Platz 9) und das Saarland (von Platz 16 auf Platz 11). Der vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) erstellte Bildungsmonitor bezieht alle Bildungsstufen von den Vor- und Grundschulen über die weiterführenden allgemein bildenden Schulen bis zu den Berufs- und Hochschulen ein. Auf einer Punkteskala (0 - 100) bewertet die Studie insgesamt 116 Indikatoren. Dazu zählen beispielsweise Klassengröße, PISA-Ergebnisse, Zahl und Qualität der Abschlüsse von Schülern und Studenten oder Studiendauer.


Ostdeutsche Bundesländer bilden die Eliten für Bayern aus

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Innerhalb Deutschlands existiert ein massiver Braindrain von Hochschulabsolventen. Zahlreiche Jungakademiker mit naturwissenschaftlich-technischer Ausbildung aus ostdeutschen Bundesländern wandern nach Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen ab. Diese West-Länder bilden an ihren Hochschulen zu wenige Ingenieure und Naturwissenschaftler aus, um den Bedarf der heimischen Wirtschaft zu decken. "In Sachsen zum Ingenieur ausgebildet - in Bayern als Ingenieur beschäftigt. Diese Art der Abwerbung könnte man als umgekehrten Soli bezeichnen", sagt Max A. Höfer, Geschäftsführer der INSM. "Es darf nicht so weit kommen, dass Sachsen aus dem Braindrain die Konsequenz zieht und Ingenieurstudienplätze abbaut." Diese Gefahr wird durch die Föderalismusreform ab 2007 erhöht.

Bildungsmonitor Quiz 2006

Der Bildungsmonitor misst den Braindrain an der so genannten Forscherersatzquote: Das ist die Zahl der Absolventen eines Landes in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) je 100 im Land beschäftigte Forscher und Entwickler. Bayern weist mit 7,8 eine weit unterdurchschnittliche Forscherersatzquote auf, Mecklenburg-Vorpommern mit 22,2 eine weit überdurchschnittliche (Durchschnitt liegt bei 12,3). Bayern hat sich auf die Ost-West-Hochschülerwanderung offensichtlich strategisch eingerichtet: Es verknappt die Studienplätze und investiert mehr in die Forschung als in die Lehre.


Heilsamer PISA-Schock - nahezu durchweg Verbesserungen

Der 2006 zum dritten Mal erstellte Bildungsmonitor erfasst in diesem Jahr erstmals auch Reaktionen der Länder auf den PISA-Schock aus dem Jahr 2002. Das Ergebnis: Alle Länder haben ihre Bildungsleistungen deutlich gesteigert. So hätte Nordrhein-Westfalen, der Tabellenletzte des aktuellen Bildungsmonitors 2006, mit der gleichen Punktezahl vor zwei Jahren Platz sechs belegt. "PISA war heilsam, das können wir zum jetzigen Zeitpunkt schon sagen, auch wenn die meisten Früchte erst in vier bis fünf Jahren geerntet werden können", sagt Oliver Stettes vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln, der zusammen mit seinem Kollegen Axel Plünnecke die Studie verfasst hat: "Die Bildungsminister der Länder reden nicht nur, sie handeln auch, was sich im Bildungsmonitor niederschlägt." Der größte Fortschritt ist bei der Einrichtung von Ganztagsschulen und bei der Einführung von Bachelor-Studiengängen an den Hochschulen erreicht worden.


Dem Land der Ideen gehen die Ideengeber aus

Alarmierend allerdings ist der Rückgang der Zahl der Hochschulabsolventen in Ingenieurwissenschaften. Seit Ende der 90´er Jahre ist die Anzahl der frischgebackenen Diplomingenieure um 14,6 Prozent zurückgegangen, in Hessen sogar um 25 Prozent. Dies ist ein Warnsignal für den Innovationsstandort Deutschland. Wenn der indisch-amerikanische Außenhandelsökonom Jagdish Bhagwati davon spricht, dass Deutschland ein Globalisierungsgewinner sein werde, dann hat er Deutschland als Land mit bestens ausgebildeten Arbeitnehmern im Kopf. Damit dies so bleibt, müssen die deutschen Hochschulen schnellstens für Nachwuchs sorgen.


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