Fragen und Antworten zur Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).
- Wer trägt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)?
- Was will die INSM?
- Wem nützt die Arbeit der INSM?
- Was ist Neue Soziale Marktwirtschaft?
- Die INSM wird von den Arbeitgebern finanziert - muss sie deshalb nicht zwangsläufig die Interessen der Wirtschaft bedienen?
- Steht die INSM für eine Rückkehr zum Manchester-Kapitalismus?
- Will die Initiative das Soziale in der Sozialen Marktwirtschaft radikal abschaffen?
- Die Initiative strebt eine Lockerung des Kündigungsschutzes an. Will sie das Prinzip des "Hire and Fire" durchsetzen?
- Die INSM macht sich dafür stark, dass die Bürger sich vermehrt selbst um ihre Alterssicherung kümmern. Macht sie das nur, damit die Unternehmer weniger Sozialbeiträge zahlen müssen?
- Ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft neoliberal?
- Ist die Neue Soziale Marktwirtschaft ein Projekt der CDU?
Was will die INSM?
Die INSM arbeitet für marktwirtschaftliche Reformen. Dafür wirbt sie seit dem Jahr 2000 durch öffentlichkeitswirksame Aktionen, die Veröffentlichung wissenschaftlicher Studien,
durch Kongresse, Pressekonferenzen etc. Mehr dazu finden Sie auf dieser Website sowie auch auf
www.insm-tagebuch.de der
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. In einem intensiven Dialog über den Reformstau sollen Reform-Mehrheiten gewonnen werden. Auf dem Weg nach vorn
kann Deutschland nach Auffassung der INSM auf ein bewährtes Konzept zurückreifen: die von Ludwig Erhard ins Leben gerufene Soziale Marktwirtschaft.
Es geht nun darum, dieses bewährte System an die Umfeldbedingungen des 21. Jahrhunderts anzupassen: an die
Globalisierung, die
Wissensgesellschaft, die Veränderungen in der Arbeitswelt und
den demografischen Wandel. Die INSM will eine breite gesellschaftliche Debatte darüber anstoßen, wie wir diesen neuen Herausforderungen begegnen müssen. Wir glauben, dass der Weg
in die Zukunft sich an drei Idealen orientiert, die schon Ludwig Erhard hochgehalten hat: Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und
Wettbewerb.
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Wem nützt die Arbeit der INSM?
Beispiele anderer Länder lassen erwarten, dass eine konsequent marktwirtschaftliche Erneuerung in Deutschland einer großen Mehrheit von Menschen nützen wird. Marktwirtschaftliche
Reformen bringen neue wirtschaftliche Dynamik, mehr
Beschäftigung und neuen Wohlstand - zwar nicht über Nacht, aber mittelfristig.
Wie positiv sich politische Konsequenz und der Mut zum Durchstehen auch von Durststrecken am Ende ausgewirkt hat, zeigen zum Beispiel die Entwicklungen in Schweden und Großbritannien. Sie
belegen zudem, dass dauerhafte Massenarbeitslosigkeit auch in modernen Industrienationen kein Schicksal ist. Mehr dazu erfahren Sie unter
www.vision-d.de.
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Die INSM wird von den Arbeitgebern finanziert - muss sie deshalb nicht zwangsläufig die Interessen der Wirtschaft bedienen?
Wie auf www.insm.de seit dem Jahr 2000 offen nachzulesen ist, wird die INSM von den Verbänden der Metall- und Elektro-Industrie finanziert. Das bedeutet aber keineswegs, dass sie nur die
Interessen der Arbeitgeber vertritt.
Die Initiative verlangt zum Beispiel einen Abbau der
Subventionen - und diese Forderung trifft auch etliche Unternehmen. Die INSM geht auch Konflikten nicht aus dem Weg, wenn es um ordnungspolitische
Positionen geht - zum Beispiel bei ihrem Kampf gegen Wettbewerbsverzerrungen. Die INSM ist parteiübergreifend. Ihre Unterstützer kommen aus dem gesamten demokratischen Parteienspektrum.
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Steht die INSM für eine Rückkehr zum Manchester-Kapitalismus?
Nein, das ist irreführende Polemik. Die Arbeitnehmerschaft hat heute im Durchschnitt ein nie erreichtes Wohlstandsniveau. Marktwirtschaftliche Reformen führen uns nicht nach Manchester
zurück, sondern noch weiter davon weg, weil sie mehr wirtschaftliche Dynamik auslösen und damit auch die Voraussetzung schaffen, dass mehr Geld für gesellschaftliche Zwecke investiert
werden kann.
Priorität haben für die INSM
Investitionen, die nachhaltig zu mehr
Beschäftigung führen - zum Beispiel in Bildung und Spitzentechnologie. Mehr
Beschäftigung ist eine
Voraussetzung dafür, dass der Sozialstaat weiter erhalten werden kann. Denn er finanziert sich ja in starkem Maß aus Beiträgen der Arbeitnehmer und Unternehmen.
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Will die Initiative das Soziale in der Sozialen Marktwirtschaft radikal abschaffen?
Im Gegenteil: Die INSM will das Soziale nicht abschaffen, sondern bewahren. Wir wollen, dass die Sozialsysteme durch Reformen in einen Zustand versetzt werden, in dem sie nachhaltig
funktionieren.
Aktuell stehen wir ja vor folgendem Problem: Der Sozialstaat finanziert sich zum großen Teil durch die Beiträge, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer in die
Sozialversicherung einzahlen. Wenn
viele Menschen arbeitslos sind, nimmt der Staat weniger Geld ein. Will er die Sozialleistungen trotzdem beibehalten, muss er die Sozialabgaben erhöhen. Das bedeutet aber: Die Lohnzusatzkosten
steigen. Und das wiederum verhindert genau die Schaffung der so dringend benötigten neuen Jobs. Auf diese Weise frisst der Sozialstaat die Wurzeln, von denen er lebt. Wir müssen diesen
Teufelskreis durchbrechen.
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Die Initiative strebt eine Lockerung des Kündigungsschutzes an. Will sie das Prinzip des "Hire and Fire" durchsetzen?
Viele Ökonomen kritisieren, dass es leichter sei, eine Ehe zu scheiden als einen Arbeitnehmer zu entlassen, wenn es im Betrieb nicht so gut läuft. Das ist vielleicht ein wenig
überzeichnet. Doch wenn wir wollen, dass Unternehmen mehr Menschen einstellen, dann müssen wir ihnen die Bedenken nehmen, dass sie ihre Mitarbeiterzahl bei einem Auftragstief kaum oder nur
über quälend lange Verfahren anpassen können.
Die Arbeitsmarktregulierung nützt Insidern, die im Job stehen, und schadet den Outsidern am
Arbeitsmarkt. Die Angstschwelle zur Neueinstellung muss gesenkt werden, wenn wir neue
Beschäftigungschancen für alle wollen. Das fordern Experten wie der Wirtschaftsnobelpreisträger James J. Heckman. Das belegen objektive Daten: Deutschland hat nach einer OECD-Studie
weltweit mit die stärkste Arbeitsmarktregulierung und gehört gleichzeitig zu den Ländern mit vergleichsweise geringer Beschäftigungsquote.
Mehr zum Thema
Regulierung in Deutschland erfahren Sie im
Regulierungsradar.
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Die INSM macht sich dafür stark, dass die Bürger sich vermehrt selbst um ihre Alterssicherung kümmern. Macht sie das nur, damit die Unternehmer weniger Sozialbeiträge zahlen müssen?
Nein. Wie übrigens auch viele Volkswirtschaftsprofessoren macht die INSM auf das Problem aufmerksam, dass immer weniger Menschen im Arbeitsprozess immer mehr Rentner zu unterstützen haben.
Ohne Reformen drohen eine Kostenexplosion bei den Beiträgen und möglicherweise sogar ein Auseinanderbrechen des Generationenvertrages.
Durch ihr Engagement füllt die INSM eine Lücke, die die Politik zu verantworten hat. Denn Politiker haben die Menschen über Jahrzehnte nicht über die - unter Wissenschaftlern
unbestritten - absehbaren Folgen der demografischen Veränderungen aufgeklärt. "Die Renten sind sicher", haben uns die Politiker lange erzählt. Das war eine Lüge.
Es ist sozial und vor allem fair, die Menschen über die dramatischen Folgen des demografischen Wandels rückhaltlos aufzuklären
- denn nur so haben sie die Motivation,
rechtzeitig und ausreichend selbst fürs Alter vorzusorgen. Im Übrigen: Wer die Dinge hier treiben ließe, würde schwere soziale Konflikte riskieren.
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Ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft neoliberal?
In der ursprünglichen Bedeutung des Wortes: Ja! Die Bezeichnung "Neoliberalismus" wurde 1938 auf einer Konferenz in Paris geprägt, an der auch der deutsche Ökonom Wilhelm Röpke
teilnahm. Dieser Begriff markierte gerade die Abkehr von einem reinen, unkontrollierten Kapitalismus. Röpke, einer der Freiburger Ökonomen, die Ludwig Erhard zu seinem Erfolgsmodell der
Sozialen Marktwirtschaft inspirierten, wollte ein Eingreifen des Staates allerdings nur dann, wenn beispielsweise Marktverzerrungen durch Monopole oder Kartelle einen fairen
Wettbewerb zum Nutzen
aller verhindern.
Heute wird das Wort "neoliberal" vor allem von Gegnern marktwirtschaftlicher Reformen verwendet - als herabsetzendes Synonym für einen ungebremsten "Kapitalismus".
Lesen Sie auch, was Oswald Metzger, Mitglied des Kuratoriums der INSM, dazu in einem Interview gesagt hat. Soviel schon vorab: Er findet die aktuelle Verwendung des
Wortes "idiotisch".
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Ist die Neue Soziale Marktwirtschaft ein Projekt der CDU?
Die INSM ist mit dem Begriff "Neue Soziale Marktwirtschaft" im Oktober 2000 zum ersten Mal an die Öffentlichkeit gegangen. Die INSM ist überparteilich. Natürlich
begrüßt die Initiative jede Reformdiskussion in den politischen Parteien. Darüber dürfen aber Unterschiede nicht verschwiegen werden. Die INSM verfolgt parteiübergreifend
rein ordnungspolitische Anliegen und unterscheidet sich damit grundlegend von den Programmen beider großer Volksparteien.
P. S. Auf www.insm-merkelmeter.de, einer Dauerstudie der INSM in Kooperation mit dem Magazin WirtschaftsWoche, finden sich aktuelle
Einschätzungen, wie der Gesetzgebungsprozess der aus Union und SPD zusammengesetzten Koalition aus wissenschaftlich-ökononomischer Sicht zu bewerten ist.
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